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Konsum nachhaltiger Lebensmittel im Kontext von Krisen: Klimawandel und die Covid-19-Pandemie in Niedersachsen

Konsum nachhaltiger Lebensmittel im Kontext von Krisen: Klimawandel und die Covid-19-Pandemie in Niedersachsen

Leitung:  Prof. Dr. Kerstin Nolte und Prof. Dr. Leonie Tuitjer
Team:  Hauke Kruse
Jahr:  2022
Förderung:  Niedersächsisches Ministerium für Wissenschaft und Kultur
Laufzeit:  2022 - 2025

Die globale Klimakrise kommt mehr und mehr auch in Niedersachsen an und führt hier etwa zu Extremwetterereignissen wie Stürmen und Überschwemmungen. Das Bewusstsein der Bevölkerung für die Klimakrise und die Herausforderungen ihrer Bewältigung wächst dabei stetig. Trotz hohem Bewusstsein passiert aber noch zu wenig, um den Klimawandel zu bremsen und gerade in alltäglichen Routinen und Praktiken, wie dem Konsum von Lebensmitteln, wird die Lücke zwischen Einstellungen und Handlungen (in der Wissenschaft bekannt als Attitude-Behaviour-Gap ABG) deutlich. Dass aber Konsument*innen eine wichtige Rolle bei der Transition hin zu einer nachhaltigeren Gesellschaft zukommt, zeigt sich beispielsweise in der Verankerung des 12. Sustainable Development Goals (SDG) der Vereinten Nationen. Neben der Klimakrise, die die Ernährungssicherheit vieler Millionen Menschen weltweit bedroht, brachte der Ausbruch der Covid-19-Pandemie, einen weiteren kurzfristigen, aber starken Einschnitt in Lebensmittellieferketten und rückte das Thema Ernährung noch einmal in den Fokus medialen und gesellschaftlichen Interesses. Im Kontext dieser dualen Krisen, ist es notwendig zu untersuchen welche Hemmnisse und Chancen für den Konsum nachhaltiger Lebensmittel in Niedersachsen auftreten und ob die Covid-19-Pandemie als Chance für mehr Nachhaltigkeit oder als Hemmnis für den Konsum nachhaltiger Lebensmittel gesehen werden muss.

Unser Forschungsprojekt zu nachhaltigem Konsum in Zeiten der dualen Krise, fragt daher wie sich das Konsumverhalten junger Erwachsener in diesen turbulenten Zeiten der langfristigen Klimakrise und der aktuellen Covid-19-Pandemie in Niedersachsen verändert und was den Erwerb von nachhaltigen Lebensmitteln in krisenhaften Zeiten behindert und begünstigt. Dabei vergleichen wir ländliche und urbane Untersuchungsräume, und fokussieren auf eine biographische Umbruchsituation und die duale Krise bestehend aus der langfristigen Klimakrise und der aktuellen Covid-19-Pandemie.

Als Teil des mixed-methods Ansatzes dieses Projektes, werten wir zunächst eine standardisierte Befragung aus, deren Ergebnisse wir mit eigenen qualitativen Untersuchungen ergänzen. Daher führen wir digitale Fokusgruppendiskussionen durch. Wir konzentrieren uns dabei auf junge Erwachsene, die sich in einem entscheidenden biographischen Umbruch befinden: dem Auszug aus dem Elternhaus. Wir wählen jeweils Gruppen aus urbanen (Lüneburg, Osnabrück) und aus ländlichen Regionen (Landkreis Lüchow Dannenberg und Landkreis Emsland) in Niedersachsen aus. Ergänzt wird diese Untersuchung durch Interviews mit Produzent*innen und Vertreiber*innen von nachhaltigen Lebensmitteln an den vier Standorten.

Unser Projekt legt großen Wert auf transdisziplinären Austausch und Transferaktivitäten. Perspektiven aus Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft finden Eingang in unsere Forschung und gestalten sie mit.