Innovationen und entsprechende Innovationspolitiken werden zuunrecht oft auf technologische Innovationen beschränkt. Dies ignoriert die vielen anderen Innovationen insbesondere von kleinen und mittelgroßen Unternehmen (KMU), deren Innovationen häufig nicht auf FuE, sondern auf doing-using-interacting (DUI) basieren. Die absolut deutlich überwiegenden KMU innovieren also mehrheitlich anders als die wenigen Großunternehmen. Dies hat klare räumliche Implikationen, wie Christoph Friedrich und Rolf Sternberg in ihrem jüngsten Paper erschienen in "Regional Science Policy & Practise" zeigen. Ihre Kernbotschaft: Da via DUI innovierende KMU relativ betrachtet häufiger in ökonomisch schwachen Regionen lokalisiert sind (als mittels FuE innovierende KMU), ist dort auch eine andere Innovationspolitik vonnöten. Trotz jahrzehntelanger innovationspolitischer Strategien von EU, Bund, Ländern und Kommunen haben sich die ökonomischen regionalen Disparitäten nicht signfikant reduziert. Im Rahmen des vom BMFTR geförderten Forschungsprojekts DUI.REG haben die Autoren im nun publizierten Artikels deshalb 59 innovierende Unternehmer aus sechs lagging regions gefragt, was sie von den für sie gedachten Politiken halten. Die Antworten münden in Empfehlungen zu sieben Handlungsfeldern mit dem Ziel, sowohl die Befürfnisse der KMU zu befriedigen als auch die Innovationsperformance der lagging regions zu verbessern.
Friedrich, C.; Sternberg, R. (2026): Regional innovation policies in favor of doing-using interacting (DUI) innovations in lagging regions: What about the perceptions of local SMEs? Regional Science Policy & Practice 18 (1), 100254. DOI: 10.1016/j.rspp.2025.100254