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Wissen und Innovation
Umsetzungsbedingungen für Frugalität in Innovationsprozessen

Forschungsschwerpunkt Wissen und Innovation

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Umsetzungsbedingungen für Frugalität in Innovationsprozessen

Leitung:  Prof. Dr. Ingo Liefner
Team:  Julian Barnikol
Jahr:  2020
Förderung:  Niedersächsisches Ministerium für Wissenschaft und Kultur
Laufzeit:  2020 - 2023

Seit einem Jahrzehnt stoßen Frugale Innovationen in der Forschung auf das Interesse unterschiedlicher Disziplinen. Im Allgemeinen zeichnen sich Frugale Innovationen durch einen geringen Ressourcen- und Energieverbrauch kombiniert mit geringen Erwerbs- und Betriebskosten aus. In der bestehenden Literatur werden vor allem Schwellenländer wie Indien als typischer Entstehungsort frugaler Produkte genannt, da diese die Fähigkeit besitzen den Bedürfnissen ärmerer Bevölkerungsschichten gerecht zu werden. In den letzten Jahren ist die Entwicklung frugaler Produkte jedoch auch in den Fokus westlicher multinationaler Unternehmen gerückt, die ihre Wettbewerbsfähigkeit erhöhen und neue Märkte erschließen möchten. Durch ihre Eigenschaft können Frugale Innovationen jedoch nicht nur die Lebensqualität armer Bevölkerungsschichten erhöhen, sondern einen Beitrag zu nachhaltigem und inklusivem Wachstum leisten.

In Kooperation mit Prof. Dr. Balkrishna Rao (IIT Madras, Chennai) wird im Rahmen des Forschungsprojektes untersucht welche Faktoren die Umsetzung frugaler Prinzipien in Innovationsprozessen begünstigen oder hemmen. Im speziellen sollen erstmalig empirische Befunde zu den Kenntnissen über die Anwendung von Frugalität in Unternehmen, Voraussetzungen für deren Umsetzung in Innovationsprozessen sowie des Einflusses der regionalen Wirtschaftsstruktur dargestellt werden. Dazu wird eine Befragung von Unternehmen in Indien und Niedersachsen, als Beispielregionen für Innovationsprozesse von Unternehmen in Schwellen und Industrieländern, durchgeführt.

Aus den gewonnen Erkenntnissen können schließlich Handlungsempfehlungen für Management und Politik abgeleitet werden. Die Forschungsergebnisse können zudem einen Beitrag leisten die Wirtschafts- und Innovationspolitik in Industrie- und Schwellenländern nachhaltiger und zukunftsorientierter zu gestalten. Das Projekt ist auf drei Jahre angelegt und wird im Rahmen der Initiative PRO*Niedersachsen vom Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur gefördert.