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ReDiCOV - Regionale Unterschiede der ökonomischen Effekte des Covid-19 Ausbruchs: Homeoffice und die Rolle der Digitalisierung

ReDiCOV - Regionale Unterschiede der ökonomischen Effekte des Covid-19 Ausbruchs: Homeoffice und die Rolle der Digitalisierung

Leitung:  Prof. Dr. Rolf Sternberg
Team:  Louis Knüpling
Jahr:  2021
Förderung:  Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)
Laufzeit:  2021 – 2024

Die Corona-Pandemie hat die Arbeitswelt vieler Menschen auch in Deutschland substanziell verändert. Viele öffentliche und private Arbeitgeber haben ihren Beschäftigten ermöglicht, von zuhause zu arbeiten. Die Voraussetzungen für ein funktionierendes Homeoffice unterscheiden jedoch aus verschiedenen Gründen teils erheblich. Neben privaten, familiären Gründen, sind vor allem die Art der Tätigkeit und die Verfügbarkeit zuverlässigen und schnellen Internets wesentliche Kriterien, um erfolgreich von zuhause zu arbeiten. So wirkt die Pandemie möglicherweise als Beschleuniger des sogenannten „Digital Divide“ – der starken Disparitäten zwischen urbanen und ländlichen Räumen hinsichtlich digitaler Infrastruktur und digitaler Kompetenzen.

In dem von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten Projekt „ReDiCOV“ wird es daher darum gehen, die unterschiedlichen Effekte der Corona-Pandemie auf regionale Arbeitsmärkte zu untersuchen. Zunächst wird ermittelt, wie sich die Pandemie auf bestehende regionale Disparitäten auswirkt. Dabei stehen vor allem Unterschiede zwischen urbanen und ländlichen Räumen im Vordergrund, aber auch Unterschiede zwischen Wirtschaftsbereichen. Im weiteren Verlauf des Projekts werden dann mögliche Gründe für die ermittelten Effekte untersucht. Im Vordergrund stehen dabei regionale Unterschiede in digitalen Kompetenzen und der Verfügbarkeit digitaler Infrastruktur sowie beschäftigungsspezifische Unterschiede in der Realisierbarkeit von Homeoffice.

Ein spezieller Blick wird zusätzlich auf die pandemiebedingt veränderte Finanzsituation von Unternehmen und die daraus resultierende Veränderung von Märkten durch Unternehmensgründungen und -schließungen gelegt. Übergeordnet erhoffen sich die beteiligten Erkenntnisse darüber, wie die Digitalisierung der Arbeitswelt bestehende räumliche Strukturen von Wohn- und Arbeitsorten verändern kann.

Das Projekt findet in Kooperation zwischen dem Institut für Wirtschafts- und Kulturgeographie und dem Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) in Mannheim statt. Das ZEW ergänzt die bestehenden Kompetenzen des Instituts für Wirtschafts- und Kulturgeographie durch seine fundierten Kenntnisse in der Arbeitsmarktforschung.

Wissenschaftliche Vorträge

  • Sternberg, R.: Zu den regionalökonomischen Implikationen der Digitalisierung: Death of Distance und/oder Zunahme interregionaler Disparitäten?" Gastvortrag am Schweizerischen Institut für KMU und Unternehmertum der Universität St. Gallen. St. Gallen (Schweiz) am 16.8.2021.