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Mobilitätseinschränkungen, ÖPNV-Nutzung und Alternativen während der COVID-19 Pandemie: Sind wir alle gleichermaßen betroffen? - Ein Untersuchung in der Region Hannover

Mobilitätseinschränkungen, ÖPNV-Nutzung und Alternativen während der COVID-19 Pandemie: Sind wir alle gleichermaßen betroffen? - Ein Untersuchung in der Region Hannover

© Timo Kleiner-Schäfer, 2020
Leitung:  Dr. Kerstin J. Schäfer und Dr. Leonie Tuitjer
Team:  Dr. Kerstin J. Schäfer und Dr. Leonie Tuitjer
Jahr:  2020
Laufzeit:  2020 - 2023

Die COVID-19-Pandemie begann im Frühjahr 2020 ihre Auswirkungen in Deutschland zu zeigen. Schnell wurden umfassende Maßnahmen zur Kontaktbeschränkung und Mobilitätsreduktion ergriffen: Social distancing, home office und home schooling gehören nun fest zu unserem neuen Krisenvokabular, das uns auch in diesem zweiten Pandemiejahr begleitet. In diesem Projekt zu Mobilitätseinschränkungen und Verhaltensänderung durch die Pandemie nutzen wir im Juni 2020 erhobene Befragungsdaten von über 4.000 Teilnehmer*innen zur Veränderung des Mobilitätsverhalten im Großraum Hannover während der ersten Welle der Pandemie (Frühjahr bis Sommer 2020).

In unseren Analysen betrachten wir zunächst die Auswirkungen der Pandemie auf die Mobilitätsreduktion verschiedener sozioökonomischer Bevölkerungsgruppen, um das Zusammenspiel soziodemographischer Faktoren wie Alter, Geschlecht, Einkommen, Bildung und Erziehungsarbeit besser zu verstehen. Die Ergebnisse stützen unsere These, dass bestimmte Bevölkerungsgruppen stärker betroffen sind als andere und zeigen, dass Immobilität in der Krise sowohl eine Einschränkung als auch ein Privileg sein kann und sich deswegen nicht per se bewerten lässt.

Darüber hinaus betrachten wir die Nutzung des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) genauer, der im Zuge der Pandemie und der politischen Eindämmungsmaßnahmen in vielen Städten weltweit rapide gesunken ist. Damit einher geht nicht nur eine ökonomische Krise dieses sowieso schon stark subventionierten Sektors, sondern auch eine Gefährdung der aktuellen Klimastrategie. Daher liegt das Augenmerkt der Analysen vor allem darauf, ob die ÖPNV-Nutzung durch private PKW- oder Fahrrad-Nutzung ersetzt wird. Wir berücksichtigen ebenfall Einflussfaktoren wie sozioökonomische Merkmale und Umweltbewusstsein, aber auch räumliche Faktoren wie Verkehrsinfrastrukturdichte. Darüber hinaus ergründen wir auch die Faktoren, die zu Vorbehalten gegenüber der ÖPNV-Nutzung führen, wie beispielsweise Angst vor einer Infektion.

In einer zweiten Befragungswelle 2021 sollen weitere tieferegehende Fragen sowie die langfristigere Entwicklung zu dem Thema erfasst und ausgewertet werden.

Aktuelle Aktivitäten, Vorträge und Publikationen sind auch auf dem Twitterkanal @Mobility_IWKG zu finden.

Publikationen

  • Schaefer, K.J.; Tuitjer, L.; Levin-Keitel, M. (2021): Transport disrupted – substituting public transport by bike or car under Covid 19. Transportation Research Part A: Policy and Practice. DOI: 10.1016/j.tra.2021.09.002

Wissenschaftliche Vorträge

  • Schaefer, K. J.: Mobilität während der COVID-19 Pandemie: Sind wir alle gleichermaßen betroffen? MoveMe. Mobilität neu TUN!. Hannover 23.06.2021.
  • Tuitjer, L.; Schaefer, K.J.: (Im)mobilitätund (Un)gleichheitenwährend der Corona Pandemie. Soziologische Perspektiven auf die Corona-Krise -Digitales Kolloquium. Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB). 17.02.2021
  • Schaefer, K. J.; Tuitjer, L.: COVID-19 Pandemie – Mobilitätseinschränkungen, ÖPNV-Nutzung und Alternativen. Digital TRUST Lectures on Spatial Transformation. Hannover (Germany) 04.02.2021